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04.06.2026

KI-Jobs in der Schweiz verzehnfacht – Arbeitgeber setzen stärker auf Erfahrung

Das PwC-Barometer zeigt: Seit 2018 hat sich die Zahl KI-bezogener Stellenanzeigen auf 20’000 erhöht. Gefordert sind nachweisbare Fähigkeiten; formale Abschlüsse verlieren an Gewicht.

KI-Jobs in der Schweiz verzehnfacht – Arbeitgeber setzen stärker auf Erfahrung

Wie PwC Schweiz berichtet, hat sich das Volumen von Stellenausschreibungen mit Bezug zu künstlicher Intelligenz seit 2018 von rund 2’000 auf 20’000 im Jahr 2024 verzehnfacht – das entspricht 1,4 Prozent des Gesamtmarkts. Nach einer Phase sehr dynamischen Wachstums bis 2022 und einem leichten Rückgang stabilisiert sich die Lage aktuell. Bemerkenswert ist vor allem die strukturelle Verschiebung innerhalb der Berufsbilder: Die Zahl der Arbeitsplätze in stark KI-exponierten Berufen legte seit 2019 um 442 Prozent zu. Damit verändert sich nicht nur die Nachfrage nach Funktionen, sondern auch das Kompetenzprofil, das Arbeitgeber von Kandidatinnen und Kandidaten erwarten.

Branchenverschiebungen und neue Schwerpunkte

Das verarbeitende Gewerbe führt die Nachfrage nach spezifischen KI-Fähigkeiten an und vereint 14,7 Prozent der entsprechenden Ausschreibungen auf sich. Dahinter folgen freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten mit 9,8 Prozent. In der Information und Kommunikation stieg der Anteil KI-bezogener Inserate zwar bis 2021 deutlich, fiel seither aber auf 4,6 Prozent. Finanz- und Versicherungswesen sowie das Bildungswesen zeigen eine moderat zunehmende Nachfrage, zuletzt bei 1,7 Prozent. Besonders auffällig sind hingegen Branchen, die man nicht zwingend als Vorreiter erwartet hätte: Der Rohstoffhandel und die Landwirtschaft verzeichneten seit 2019 Zuwächse von über 1’800 bzw. 800 Prozent – getrieben durch datenbasierte Anwendungen in der Ressourcengewinnung und der Präzisionslandwirtschaft. Demgegenüber schreitet die Automatisierung in Bereichen wie Finanz- und Versicherungswesen, Information und Kommunikation sowie im Hotel- und Gastgewerbe langsamer voran.

Parallel dazu verschiebt sich die Gewichtung formaler Qualifikationen. Schweizer Arbeitgeber reduzieren den Stellenwert eines Hochschulabschlusses, wenn einschlägige KI-Erfahrung vorhanden ist. Der Anteil der Inserate mit Abschlussanforderung sank insgesamt von 43 Prozent (2019) auf 38 Prozent (2024). In stark automatisierten Berufsbildern verringerte er sich von 40 auf 36 Prozent. In weniger KI-exponierten Tätigkeiten stiegen die Abschlussanforderungen hingegen leicht von 8 auf 9 Prozent. Der Befund deckt sich mit einer breiteren Entwicklung hin zu nachweisbaren, aktuellen Fähigkeiten – verbunden mit der Notwendigkeit kontinuierlicher Weiterbildung, da Kompetenzprofile in kurzer Zeit veralten können. Zudem zeigt die Auswertung von PwC, dass Frauen überproportional in Berufen arbeiten, die durch KI beeinflusst werden. Für Arbeitgeber wie für Bildungsträger entsteht damit die Aufgabe, Umschulungen und Zugang zu neuen Qualifikationen gezielt zu unterstützen.

Für die Rekrutierungspraxis heisst das: Anforderungsprofile sollten konsequent auf Ergebnisse und übertragbare Kompetenzen ausgerichtet werden – sauber abgegrenzt nach Einsatzszenarien, Reifegrad der eingesetzten Technologien und regulatorischen Rahmenbedingungen. In Suchmandaten sehen wir vermehrt „Skills-first“-Anforderungen, ergänzt um belastbare Praxisbelege statt rein formaler Titel. oprandi & partner begleitet Unternehmen in Industrie, Technologie, Finanzwesen und angrenzenden Sektoren bei der Präzisierung solcher Profile, bei der Beurteilung von Kandidatinnen und Kandidaten – etwa mittels strukturierter Assessments – sowie bei der strategischen Nachfolgeplanung im Rahmen von Next Generation. Unsere regional verankerten Teams in der Schweiz und unser internationales Netzwerk erleichtern den Zugang zu spezialisierten Talenten genau dort, wo der Markt heute am stärksten in Bewegung ist.

Hinweis zur Studie: Das AI Jobs Barometer 2025 basiert auf fast einer Milliarde Stellenanzeigen und Tausenden Unternehmensberichten über sechs Kontinente, mit Daten bis Ende 2024. Die Einstufung der «KI-Exponierung» folgt dem anerkannten AI Occupational Exposure Index.